„Träume, die seit langem in mir reifen…“ - beeindruckende Musical-Premiere

Standing ovations gab es am Sonntagabend für unsere Ehemalige Tabea Naeven und ihr Musical-Team im Anschluss an die beeindruckende Aufführung ihres Erstlingswerks. „Hochkarätig, tiefgründig und witzig“, so brachte unser Schulleiter die Begeisterung des Publikums auf den Punkt.

„Ich hab' einst geträumt, ich könnte fliegen“, heißt es in einem der Lieder, das die 20jährige Tabea ein Jahr vor ihrem Abitur im Jahre 2015 geschrieben und bei dem sie erstmals gedacht hatte, dass es Musicalpotenzial habe. Die Zeitspanne, in der die Ereignisse im Musical stattfinden, entspricht der, die sie während des Schreibens durchlebt hat. Vielleicht sind auch deshalb die Hoffnungen und Ängste, mit der sie ihre vier Hauptcharaktere in die Zukunft blicken lässt, so authentisch.

„Träume, die seit langem in mir reifen“, möchte Maya (gleichermaßen sehnsuchtsvoll wie melancholisch: Juliana Langen) Wirklichkeit werden lassen, wird dabei jedoch von ihrer Mutter (überzeugend: Carlotta Kuper) auf den Boden der Realität zurückgeholt: „Ich bin meinem Traum gefolgt…“, resümiert diese sarkastisch ihre angespannte wirtschaftliche und persönliche Lebenssituation. Und Maya weiß auch: „Mit Sicherheit fängt Freiheit doch erst an…“ Alex (mit komödiantischem Talent gespielt von Mats Heisterüber) steht dagegen für die rationale Sicht der Dinge und bringt mit seinen ernüchternden Kommentaren bei entsprechender Mimik immer wieder das Publikum zum Lachen. Besonders amüsant waren auch die „Studenten der RWTH“, die dem murmelnden Professor (special guest: Herr Mössing) bei seinen Tafelnotizen mehr schlecht als recht folgen können und sich den Anforderungen in unterschiedlichem Maße gewachsen fühlen. Basti (souverän: Robin Schroif) dachte zu wissen, was er will, muss jedoch erfahren, dass er seine Entscheidung revidieren muss ohne zu wissen, wie es stattdessen weitergehen soll. Gut, dass er in dieser Situation familiären Rückhalt findet (rührend und komisch zugleich: Joshua Behrens und Beverly Hilgers als Großelternpaar). Und last not least Chris (bekanntermaßen bezaubernd: Jeanne Jansen), die versucht, mit einem Lächeln im Gesicht der Zukunft entgegen zu gehen, obwohl sie einen tiefen Schmerz in sich trägt. Wohin ihr Weg führen wird, weiß sie noch nicht, doch sie geht ihn beherzt weiter.

So hat Tabea Naeven vier Charaktere entworfen, die Facetten einer Gefühlswelt zeigen in der Zeitspanne, in der „alles anders“ wird ( wunderbar im Duett gesungen von Juliana und Jeanne) und in der manch einer merkt: „Gehen tut’s doch auch!“

Wunderschöne Melodien, tiefgründige Texte und pointierte Dialoge – von der Komponistin und unseren Schülerinnen und Schülern mit viel Eigeninitiative und Unterstützung von Annette Zumbroich auf die Bühne gebracht. Auch die Regie lag in Schülerhand (gekonnt: Joshua Behrens und Friederike Happe). Ein musikalisch wie inhaltlich gelungenes Debüt! Zugabe! Am 9.7. um 20 Uhr ist das Musical ein zweites Mal zu sehen.




Die Fotos haben Andreas Röchter (Eschweiler Zeitung), Judith Happe und Beate Coenen gemacht.