Die JIA des Städtischen Gymnasiums Eschweiler stellt sich vor

Eine geologische Zeitreise bis zur Entstehungszeit der Braunkohle vollziehen, eine Windkraftanlage errichten und mit Hilfe von selbstgebauten Brennstoffzellen Fahrzeuge  ins Rollen bringen. Das ist nur eine Auswahl von Aktivitäten, die unsere Schülerinnen und Schüler  im Rahmen der Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) des Städtischen Gymnasiums erlebten bzw. erleben werden.

Durch die erfolgreiche Teilnahme eines Wettbewerbs der Deutschen Telekom Stiftung, die mit einer Anschubfinanzierung von 10.000€ verbunden ist, konnten wir erstmals im Schuljahr 2013/14 eine Junior-Ingenieur-Akademie an unserer Schule anbieten.

Die JIA richtet sich an die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 und 9, die Interesse an einem praxisnahen naturwissenschaftlich-technischen Unterricht haben. Der Kurs kann im Rahmen unseres Wahlpflichtangebots im Differenzierungsbereich II gewählt werden.

Ziel dieses Kurses ist es, bereits in der Mittelstufe die Schülerinnen und Schüler mit der Arbeit von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Forschern vertraut zu machen und Interesse an diesen Bereichen zu wecken. Dazu kooperieren wir mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschung.

In unserer JIA dient das Oberthema Energie als Leitthema und spannt somit einen inhaltlichen Bogen von den (regional vorhandenen) fossilen Energieträgern bis zu den regenerativen Energiequellen. Die Schülerinnen und Schüler sollen bei der Teilnahme  ein Verständnis für die lokale (Energie-)Wirtschaft und deren räumliche Verflechtung innerhalb der Region entwickeln, aber auch für die globale Komponente sensibilisiert werden.

Das Besondere an diesem Wahlpflichtangebot ist die praktische Ausrichtung des Kurses, fächerübergreifendes Arbeiten und die Vernetzung  mit unseren außerschulischen Partnern. Das bedeutet für unser JIA-Team ganz konkret: Raus aus der Schule!

So erfuhren unsere Teilnehmer u.a. bereits hautnah im Braunkohletagebau bzw. im Kraftwerk Weisweiler wie aus „toten Bäumen“ Strom wird und bekamen einen Einblick in die vielfältigen Forschungsthemen des Forschungszentrums Jülich. In diesem Schuljahr konnten die Schülerinnen und Schüler selbst Brennstoffzellen herstellen und den Blausteinsee untersuchen. Am Ende eines Schuljahres plante und errichtete das JIA-Team sogar eine eigene Windkraftanlage!

Durch das praktische Arbeiten in Kleingruppen  werden nicht nur die experimentell-naturwissenschaftlichen  und technischen Kompetenzen unterstützt, sondern auch soziale Kompetenzen, wie Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit geschult und darüber hinaus die Kreativität gefördert. 

(Bei Interesse und Fragen: s.simon[at]gymnasiumeschweiler.de)

Schuljahr 2015/16: Neues Halbjahresprojekt unserer JIA widmet sich dem Energieeffizienten Bauen

Neben der Förderung regenerativer Energieformen ist v.a. die effiziente Nutzung der Energie eine Herausforderung für heutige und künftige Ingenieure und wichtiger Bestandteil der Energiewende. Um diesen Bereich der Ingenieurwissenschaften besser kennenzulernen, beschäftigen sich unsere Schülerinnen und Schüler ein ganzes Halbjahr mit dem Energieeffizienten Bauen.  Ziel des Projektes ist es, in Teams Modellhäuser zu bauen und diese mit verschiedenen Formen des energiesparenden Bauens, wie z.B. verschiedene Dämmungen oder Belüftungssystemen, auszurüsten.

Zum Auftakt unseres Projektes hieß es dann erst einmal: Theorie büffeln! Denn ohne die entsprechenden Kenntnisse der Grundlagen, wie  über die verschiedenen Formen der Wärmeübertragung, den Temperaturverlauf durch eine Wand, die Herausforderungen beim Fensterbau usw., kann natürlich auch kein vernünftiges Haus entstehen. Unter der Leitung von Herrn Prof. van Treeck vom Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen der RWTH Aachen konnten die JIAler nicht nur ihre physikalischen und technischen Kenntnisse erweitern, sondern  auch schon mal Uniluft schnuppern.

Weiter ging es dann am PC. Denn heute werden Häuser (und nicht nur die!) natürlich mit Hilfe von Computersoftware geplant. Unsere Schülerinnen und Schüler lernten mit tatkräftiger Unterstützung  von zwei Ingenieuren der Etersys GmbH ein CAD-Programm kennen und erstellten dann ein virtuelles Modell von ihrem Haus.

Damit dieses auch in die Realität umgesetzt werden kann,  unterstützten uns die Bundeswehrausbildungswerkstätten der Lützow-Kaserne in Aachen. Dort wurden die Modellhäuser aus Blech von den Teams errichtet. In einem ersten vorbereitenden Termin erlernten die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der Metallverarbeitung, um in den Folgeterminen diese dann anwenden zu können. So konnten die Schülerinnen und Schüler ihr handwerkliches Geschick beim Schweißen, Bohren, Entgraten etc. beweisen.

Die beschriebenen Aktivitäten werden durch das zdi-Netzwerk Aachen & Kreis Heinsberg und Mittel der Agentur für Arbeit gefördert.

Im Laufe eines JIA-Kurses stellen sich spannende Fragen: Wird es den Teams gelingen, die Modellhäuser zu bauen? Werden die in der Theorie gelernten Kenntnisse über energieeffizientes Bauen auch in der Praxis richtig umgesetzt?

Impressionen Schuljahr 2014/15